Philosophische und historische
Anthropologie der Kunst 

Institut für
Kunst- und Kulturwissenschaften

] a [   akademie der bildenden künste
wien

Lehrangebot im WS 2005/06

VL Anthropologie I
Überschuss:
Biopolitische Konzepte der Individuation

SE Anthropologie III
Kore. Philosophie des universal girl

SE für DiplomandInnen und DissertantInnen

PV für DissertantInnen

Sprechstunde

Neuere Lehrveranstaltungen

SS 12 | WS 11/12
SS 11 | WS 10/11
SS 10 | WS 09/10
SS 09 | WS 08/09
SS 08 | WS 07/08
SS 07 | WS 06/07
SS 06

Frühere Lehrveranstaltungen

SS 05 | WS 04/05
WS 2003/04-SS 2004
WS 2000/01-SS 2003
WS 1996/97-SS 2000

Lehrveranstaltungen von
O.Univ.Prof. Dr. Elisabeth von Samsonow

Wintersemester 2005/06

Schematische Darstellung des Proteinfadens

Abb.: WWW

Vorlesung Anthropologie I
Überschuss:
Biopolitische Konzepte der Individuation

Mittwochs, 13.00-15.00 Uhr, Raum M20 (Hauptgebäude Mezzanin)
Beginn: 12. Oktober 2005

Die in der klassischen Metaphysik in Anlehnung an Aristoteles formulierten Konzepte der Individuation (Duns Scotus) werden in der zeitgenössischen biopolitischen Debatte gegen den Strich gedacht. An die Stelle des Begriffspaares von Genus und Species tritt die Differenz von Kollektivität und Singularität, die den ontologischen Reduktionismus zu unterlaufen versucht. Mit der neuen Würdigung des Individuums, das nicht mehr als mangelhaft, sondern als »überbegabt« gefasst wird, ist ein Appell an eine Solidarität geknüpft, die wiederum die Teilhabe am Kollektiv, an der Multitude, einführt. Die Vorlesung beschäftigt sich mit den grundlegenden Texten von Toni Negri und Michael Hardt sowie von Giorgio Agamben und Paolo Virno; zugleich wird in einem Rückgriff auf theoretisch fundierende Texte wie die individuationsphysiologischen Schriften von Gilbert Simondon der Hintergrund für die zwischen diesen Autoren ausgetragene Diskussion hergestellt. Schließlich wird gefragt, welche die Konsequenzen aus dieser neuen Kompetenz des Individuums in Bezug auf Rang und Verbindlichkeit seiner künstlerischen Produktion sein können. Es soll gezeigt werden, dass und warum der Kunst im Rahmen dieser neuen Individuationsphilosophie politische Brisanz zuwächst.
Eine Literaturliste ist verfügbar.

*

Bild: Kore, ca. 500 v. Chr.

Abb.: Akropolis-Museum, Athen

Seminar Anthropologie III
Kore. Philosophie des universal girl

Mittwochs, 10.00-12.00 Uhr, Raum M20 (Hauptgebäude Mezzanin)
Beginn: 12. Oktober 2005

Ausgehend vom Motiv des universal girl bei Gilles Deleuze und Félix Guattari, das neben dem Tier-Werden als Phase der »Ent-Schränkung« das Mit-Leben mit den Lebensströmen öffnet, sollen die »Großen Mädchen« aus Mythologie und Geschichte einer Untersuchung unterzogen werden: was war ihre Mission, was ihre Bestimmung, zu welchem Ende kamen sie? Die Opferung von Mädchen in der Mysterienreligion wird ebenso Thema sein wie die Hypostasierung ihrer Kräfte im universal girl Pippi Langstrumpf. Aus dem Studium dieser Mädchen-Karrieren soll das Material gewonnen werden, mit dem eine bedeutende, oft ausgelassene Figur neu beschrieben werden kann. Die Kritik aus dem feministischen Lager an Deleuze/Guattaris Konzept bildet ebenfalls einen Gegenstand des Seminars: wurde »das Mädchen« universalisiert, weil es einfach fehlte und deshalb hinreichend unbestimmt war, um einen Horizont des offenen Werdens zu beschreiben?
Das Seminar wird in Zusammenarbeit mit Fulbright-Professorin Diane O'Donoghue aus Cambridge/MA. abgehalten, die ihren Schwerpunkt auf »Lesesysteme« in der Archäologie legt, d.h. zur Hermeneutik des in unserem Seminar im Zentrum stehenden mythologischen Narrativs arbeitet.
Die Literaturliste ist online.

*

Mutter mit Tochter. Holzrelief von E.v. Samsonow

Abb.: © E. v. Samsonow

Seminar für DiplomandInnen und DissertantInnen

Donnerstags, 9-11 Uhr
Raum M16

*

Mann mit Tonband

Foto: unbek. Herkunft

Privatissimum für DissertantInnen

Donnerstags, 11-13 Uhr
Raum M16

*

Sprechstunde

Foto: Simon Wagner

Sprechstunde

Termine mittwochs 15-16 Uhr

Telefonische Anmeldung im Sekretariat erforderlich!
(Tel. 01-588 16 / 194, Fr. Dunja Reithner)

*

Nach oben