Lehrveranstaltungen von
O.Univ.Prof. Dr. Elisabeth von Samsonow
Wintersemester 2005/06
Abb.: WWW
Vorlesung Anthropologie I
Überschuss:
Biopolitische Konzepte der Individuation
Mittwochs, 13.00-15.00 Uhr, Raum M20 (Hauptgebäude Mezzanin)
Beginn: 12. Oktober 2005
Die in der klassischen Metaphysik in Anlehnung an Aristoteles formulierten Konzepte der Individuation (Duns Scotus) werden in der zeitgenössischen biopolitischen Debatte gegen den Strich gedacht. An die Stelle des Begriffspaares von Genus und Species tritt die Differenz von Kollektivität und Singularität, die den ontologischen Reduktionismus zu unterlaufen versucht. Mit der neuen Würdigung des Individuums, das nicht mehr als mangelhaft, sondern als »überbegabt« gefasst wird, ist ein Appell an eine Solidarität geknüpft, die wiederum die Teilhabe am Kollektiv, an der Multitude, einführt. Die Vorlesung beschäftigt sich mit den grundlegenden Texten von Toni Negri und Michael Hardt sowie von Giorgio Agamben und Paolo Virno; zugleich wird in einem Rückgriff auf theoretisch fundierende Texte wie die individuationsphysiologischen Schriften von Gilbert Simondon der Hintergrund für die zwischen diesen Autoren ausgetragene Diskussion hergestellt. Schließlich wird gefragt, welche die Konsequenzen aus dieser neuen Kompetenz des Individuums in Bezug auf Rang und Verbindlichkeit seiner künstlerischen Produktion sein können. Es soll gezeigt werden, dass und warum der Kunst im Rahmen dieser neuen Individuationsphilosophie politische Brisanz zuwächst.
Eine
Literaturliste
ist verfügbar.
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Abb.: Akropolis-Museum, Athen
Seminar Anthropologie III
Kore. Philosophie des universal girl
Mittwochs, 10.00-12.00 Uhr, Raum M20 (Hauptgebäude Mezzanin)
Beginn: 12. Oktober 2005
Ausgehend vom Motiv des universal girl bei Gilles Deleuze und Félix Guattari, das neben dem Tier-Werden als Phase der »Ent-Schränkung« das Mit-Leben mit den Lebensströmen öffnet, sollen die »Großen Mädchen« aus Mythologie und Geschichte einer Untersuchung unterzogen werden: was war ihre Mission, was ihre Bestimmung, zu welchem Ende kamen sie? Die Opferung von Mädchen in der Mysterienreligion wird ebenso Thema sein wie die Hypostasierung ihrer Kräfte im universal girl Pippi Langstrumpf. Aus dem Studium dieser Mädchen-Karrieren soll das Material gewonnen werden, mit dem eine bedeutende, oft ausgelassene Figur neu beschrieben werden kann. Die Kritik aus dem feministischen Lager an Deleuze/Guattaris Konzept bildet ebenfalls einen Gegenstand des Seminars: wurde »das Mädchen« universalisiert, weil es einfach fehlte und deshalb hinreichend unbestimmt war, um einen Horizont des offenen Werdens zu beschreiben?
Das Seminar wird in Zusammenarbeit mit Fulbright-Professorin Diane O'Donoghue aus Cambridge/MA. abgehalten, die ihren Schwerpunkt auf »Lesesysteme« in der Archäologie legt, d.h. zur Hermeneutik des in unserem Seminar im Zentrum stehenden mythologischen Narrativs arbeitet.
Die
Literaturliste
ist online.
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Abb.: © E. v. Samsonow
Seminar für DiplomandInnen und DissertantInnen
Donnerstags, 9-11 Uhr
Raum M16
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Foto: unbek. Herkunft
Privatissimum für DissertantInnen
Donnerstags, 11-13 Uhr
Raum M16
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Foto: Simon Wagner
Sprechstunde
Termine mittwochs 15-16 Uhr
Telefonische Anmeldung im Sekretariat erforderlich!
(Tel. 01-588 16 / 194, Fr. Dunja Reithner)