Philosophische und historische
Anthropologie der Kunst 

Institut für
Kunst- und Kulturwissenschaften

akademie der bildenden künste
wien

Lehrangebot im SS 2009

VL Anthropologie II
ICH BIN DIE VIELEN

SE für DiplomandInnen und DissertantInnen

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Lehrveranstaltungen von
O.Univ.Prof. Dr. Elisabeth von Samsonow

Sommersemester 2009

Abb: www.nickis-filme.de
© Claudia Fischer

Vorlesung Anthropologie II
ICH BIN DIE VIELEN
Die Gegenwart des Telepathos

Blocklehrveranstaltung an folgenden Terminen:
3. Apr. 2009, 9-12 und 14-16 Uhr
8. Mai 2009, 9-12 und 14-16 Uhr
10. Juni 2009, 9-12 und 14-16 Uhr (Prüfungstermin)
19. Juni 2009, 9-12 und 14-16 Uhr (Abschlussveranstaltung)

Die Universalpräsenz jenes »Fühlers«, die mit einem lateinischen Lehnwort »Antenne« (Segelstange) heißt, schiebt wieder einmal jene Ebene in den Vordergrund, die das akademische Wissensideal ausgeblendet hatte: die Ebene des Fühlens als Kompetenz. Die Vorlesung legt eine Linie der philosophischen Bewertung des Gefühls frei, die mit dem Gang der Moderne wesentlich verknüpft ist. Während aber vor allem jenes Gefühl, das mit Trauma und Entzug in Zusammenhang steht, thematisiert worden ist, gerieten die nicht katastrophischen Modi des Gefühls in den Verdacht, bloße Mittel der Manipulation zu sein. Insofern mit Manipulation aber auch »Einbruch des Fremden im Eigenen« gemeint ist, ist eine Richtigstellung dringend vonnöten. Solange nämlich die auf das Gefühl aufbauenden Regeln der Synthese verworfen sind, bleiben die auf die Erfassung des Fremden hinlaufenden Bemühungen beispielsweise im postkolonialen Feld vergeblich. Die Fetischisierung des (geschlossenen, konsistenten) Ich und der Identität verhindern den theoretischen Zugang zu einer positiven und allgemeinen Fassung jenes »Einbruchs des Anderen«, der durch die moderne Version von Kommunikation, die wesentlich Telekommunikation ist, längst durchgesetzt ist. Im Übrigen, das soll nun unterstrichen werden, ist jene Verbindung zwischen diesem »Einbruch des Anderen« und der Vervielfältigung des Ich der zentrale Tropus der Kunst, und zwar sowohl ihrer bildenden, als auch darstellenden und literarischen Formen. Das Weltbild, das uns eine aus Frequenzen und Antennen komponierten Raum zeigt, schiebt also eine Idee der Verbindung in den Vordergrund, die nicht allein durch die Tatsache der Verfügbarkeit von Informationen zustande kommt, sondern durch das Konzept der »Vervielfältigung des Ich« (»multitude«).

Die Vorlesung möchte anhand von Text-, Film- und Hörbeispielen (auch Hörspielen) vor allem die künstlerische Bedeutung des Fühlens und die Arten seines »Transports« über die Proliferation des künstlerischen/literarischen Ich untersuchen. Es geht darum, die Verbindung zwischen Sprache und Bild mit neuen Mitteln zu erforschen, wobei in jedem Fall die »kritische Sprache« als Urteilsinstanz gegenüber der Kunst dekonstruiert werden soll.

Die Vorlesung stellt mit das Werk Friederike Mayröckers als beispielhaft für die Verbindungen zwischen bildender Kunst und Literatur ins Zentrum. Friederike Mayröckers Werk gilt auf Grund der literarischen Ich-Referenz als »Autofiktion». Zu den Nachmittagsterminen vom 3.4., 8.5. und 19.6. wird Friederike Mayröcker aus ausgewählten Texten lesen.

Eine Literaturliste mit Downloadmöglichkeit zu lesender Texte ist verfügbar.

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Mutter mit Tochter. Holzrelief von E.v. Samsonow

Abb.: © E. v. Samsonow

Seminar für DiplomandInnen und DissertantInnen,

Termine:
25. März 2009, 10.00-16.00 Uhr,
5. Mai 2009, 10.00-16.00 Uhr,
28. Mai 2009, 10.00-16.00 Uhr,
6. Juni 2009, 10.00-16.00 Uhr

Ort: M16

Voraussetzung zur Teilnahme ist die Einreichung eines zweiseitigen Arbeitsberichtes bis Ende März.

Sprechstunden mit Prof. Elisabeth von Samsonow

Termine nach Voranmeldung:
12. März 2009, 9.00-12.00 Uhr,
19. März 2009, 10.00-12.00 Uhr,
23. Apr. 2009, 10.00-12.00 Uhr,
15. Mai 2009, 10.00-12.00 Uhr,
14. Juni 2009, 10.00-12.00 Uhr,

Die Sprechstunden finden im Raum M16 statt.

Kontakt/Anmeldung: l.meixner@akbild.ac.at.

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