Lehrstuhl
für Kulturphilosophie und Medientheorie
neue
adresse im internet: http://pages.akbild.ac.at/imt-s
Veranstaltungen Wintersemester
2007/2008
Peter Sloterdijk:
* Schöpfung
und Spannung -
Nietzsches Zarathustra als ästhetisches Manifest (Kulturphilosophie
I + II 4st.)
Leo
Findeisen:
*
Sagen, Schreiben, Malen, Zeigen, Sprühen, Mappen, Rechnen (SE
- Kulturphilosophie III, 2st.)
* Art & Language / Art & Computer
Language (SE
- Medientheorie III 2st.)
Prof. Dr. Peter Sloterdijk
Institut für
Kunst- und Kulturwissenschaften
Kulturphilosophie I + II 4st., Raum M 20
VO - Sommersemester 2007
Abschiedvorlesung
Schöpfung
und Spannung -
Nietzsches
Zarathustra als ästhetisches Manifest
Termine
im Jänner/Jannuar 2008
DI 08.01.2008 - 18.00 Uhr
MI 09.01.2008 - 18.00 Uhr
DO
10.01.2008
-
18.00
Uhr
zum
Semesterthema:
Den Demokraten ein Ärgernis und den Professoren eine Torheit, läßt
der Name Friedrich
Nietzsches noch immer die Herzen vonKünstlern und Revisionisten höher
schlagen.
Den
Grund für die
Ungleichheit seiner Rezeptionsschicksale hat Nietzsches Werk
selbst gelegt, indem es den einen mehr nimmt, als sie herzugeben bereit sind,
und den
anderen mehr gibt, als sie fürs erste nehmenkönnen. Darum sind diese
fasziniert,
und
jene tragen Bedenken.
Hat Nietzsche nach der einen
Seite hin die tradierten
Weltanschauungen des sittlichen
Ernstes untergraben, so hat er nach der anderen einen ästhetischen Ernst
in die Welt gesetzt,
den zu erfassen auch denen schwerfällt, die sich zu ihrer Rechtfertigung gern
auf ihn beriefen.
Freunde und Gegner Nietzsches sind sich nur darin einig,
sein Werk als eine Art von
Artisten-Metaphysik zu definieren; sie erkennen es an - im Guten wie im Schlimmen
-
als
geistesgschichtlichen Wendepunkt
zu einer ästhetischen Weltanschauung.
Was
beiden Parteien schwerfällt,
ist die triftige Beantwortung
der Frage,
wodurch die vielbeschworene ästhetische Weltanschauung ihr evolutionäres Gewicht erhält.
Man
mag die Formel von der ästhetischen Rechtfertigung des Daseins
so oft zitieren wie man will,
man wird damit doch nur ein scheingefährliches Sprachspiel treiben,
solange nicht deutlich
gemacht wurde, inwiefern das Ästhetische überhaupt als Rechtfertigungsgrund
für für das
Ernsthafteste - das menschliche Leben im ganzen - in Betracht gezogen werden
konnte.
Ästhetische Weltanschauung
meint für Nietzsche nicht die Freigabe des Leichtsinns;
sie
befriedigt auch nicht die Nachfrage
nach einer Ethik zum halben
Preis für Künstler
und andere Nie-Erwachsene.
Unter der Chiffre des Ästhetischen
entdeckt Nietzsche einen anderen
Horizont von Ernstfällen,
von denen die traditionelle
Kultur des kriegerischen Ernstfalls
mitsamt seinem klassizistischen
Stereotypen nichts weiß. Für
die männliche Jugend in antiken Städten und modernen
Nationalstaaten
ist es gewiß ernst genug, wenn sie sich bereit halten soll dafür,
mit ihrem Leben die Existenz
und die Geltungsansprüche ihrer
Vaterländer
zu verteidigen.
Doch Nietzsche blickt über den Horizont des militärisch
und staatlich Ernsten weit hinaus;
er entdeckt, indem er sein eigenes
Werden exemplarischuntersucht, den Ernst des Selbstgeburtskampfes,
den das
einzelne Individuum mit sich und seinem Schicksal auszufechten hat.
Scheinerwerb: Mündl.
Prüfung oder schriftliche
Arbeit von 10-15-Seiten (2st.),
bzw. 20-25 Seiten
(4st.)
zu einem vereinbarten
Thema.
(Änderungen
vorbehalten, aktuelle Termine auch
unter 01.58816.175)
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Medientheorie
III - WS
2007/08 - Raum
M 20
Künstl.-Wiss. Assistant MMag. Andreas Leo Findeisen
SE - Medientheorie III
Art & Language / Art & Computer
Language
Beginn nach den Weihnachtsferien:
Montag 14.01. 2008 - 13.00 Uhr, Raum M20
Im Jahr 1966
wurde zuerst in England, dann auch zunehmend in den Vereinigten Staaten,
der
Reflektions- und Kollaborationszusammenhang Art & Language gegründet.
Die Protagonisten
wollten den Anspruch einer analytischen Beschreibung von Kunst und ihrer
Kriterien nicht
anderen Berufsgruppen und Institutionen des Kunstberiebs überlassen.
Dazu erarbeiteten
sie die nötigen Rahmenbedingungen einer programmatischen Diskussion
und deren
Veröffentlichung in Journalen und Ausstellungen. "Die Ausdifferenzierung
des
theoretischen Ansatzes steht im Vordergrund, nicht - wie in Künstlergruppen
der
klassischen Avantgarde - die programmatische Legitimation einer Kunstproduktion." (Th.
Dreher).
Sie forschten nach über-anschaulichen, höheren Abstraktionsstufen
zur Definition
von Kunst, womit gleichzeitig auch die Eingrenzung, bzw. Vorweg-Beschreibung
künstlischer
Praxis, etwa von seiten der Kunstkritik und Philosophie, abgelehnt wurde.
Das Seminar wird durch die Lektüre und Diskussion von Textgrundlagen
den Ansatz von Art &
Language, quasi eine eigenwillige Manifestation von künstlerischer Forschung
am Ende der
60er-Jahre, mit Ansätzen in den zeitgenössischen digitalen Umwelten
von Sprache und Kunst
Form in ergebnisoffener Weise erarbeiten.
Inwiefern verschieben sich die historischen Kriterien der Differenz Kunst und Nicht-Kunst
im Internet? Welche strukturellen Ähnlichkeiten und Differenzen bestehen
in den
Entwicklungs- und Arbeitsformen bei Expertensprachen und Programmiersprachen?
Und nach
welchen Kriterien lassen sich zeitgenössische online-Communities, bzw.
Projekte in
Net-Art und Software-Art mit den Zielen, Projekten und Problemen von
Art & Language
vergleichen?
Termin: jeweils
Montag, 13.00 – 14.45 Uhr, Raum M 20
Erste Sitzung: Montag, den 15.10.2007, 13.00 Uhr
Lektüre (Auswahl):
Terry Atkinson, Introduction, in: Art-Language, Vol.1/Nr.1, May 1969
Richard Wollheim, The Work of Art as Object,
1970.
Felix Stalder, The Status of Objects in
the Space of Flows, in: Open Cultures
and the
Nature of Networks, Novi Sad / Frankf.a.Main 2005.
Scheinerwerb: Anwesenheit sowie Abhaltung eines Referats oder mündliche
Prüfung
Beginn nach den Weihnachtsferien: Montag 14.01. 2008 - 13.00 Uhr, Raum M 20
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Kulturphilosophie III - WS 2007/08 - Raum M 20
Künstl.-Wiss.
Assistant MMag. Andreas Leo Findeisen
SE - Kulturphilosophie III
Sagen,
Schreiben, Malen, Zeigen, Sprühen,
Mappen, Rechnen
In der zeitgenössischen Unterwanderung analog-materieller Zeichen und
Werte durch
digitale Speichertechnologie erscheinen viele Unterschiede der ästhetischen
und
inhaltlichen Bedeutung von Zeichen nur noch als Mimikri ihrerselbst, egal ob
dies im
Einzelnen Worte, Piktogramme, kompositorische Formen der Malerei oder Netzgrafik
betrifft. Die herkömmlichen Aufschreibesysteme wie das Alphabet haben sich
zu Tastaturen
gemausert, deren Betätigung nicht nur Text erzeugen, sondern auch Bildschirme
am anderen
Ende der Welt blinken lassen oder gesamte Netzwerke lahmlegen. Das Seminar lässt
einige
Theorien zur Bedeutungslehre der Zeichen (Semiotik) Revue passieren und stellt
sich
angesichts jüngerer Entwicklungen wie dem Laser-Graffiti die Frage nach
neuen
Möglichkeiten und Problemen künstlerischer Herangehensweisen und ihrer
Werkzeuge in
digitalen Umwelten.
Termin: jeweils
Montag, 15.00 – 17.45 Uhr, Raum M
20
Erste Sitzung: Montag, den 15.10.2007, 15.00 Uhr
Literatur
und Webseiten (Auswahl):
Helmut
Pape, Charles S. Peirce zur Einführung, Hamburg, 2004.
James Jakób Liszka, A General Introduction to the Semeiotic of Charles
Sanders Peirce.
Indiana University Press (1996).
Umberto Eco, Einführung in die Semiotik, München,
2002 (1. Aufl. 1962)
Freeman, Linton C., The Development of Social Network Analysis:
A Study in the
Sociologyy of Science. Vancouver: Empirical Press, 2004.
Graffiti Research Lab - Dedicated to outfitting graffiti artists with open
source
technologies for urban communication. - graffitiresearchlab .com
Beginn
nach den Weihnachtsferien: Montag 14.01.
2008 -
15.00 Uhr, Raum M20
Scheinerwerb: Anwesenheit
sowie Abhaltung eines Referats oder mündiche Prüfung
!!! Achtung: aktuelle Termine auch jeweils unter 01/58816.175 !!!